Hände weg vom Telebanking!
q/uintessenz presse
office at quintessenz.org
Mon Mar 20 22:24:54 CET 2006
Hände weg vom Telebanking!
Konsumenten sind neuer Betrugssoftware schutzlos ausgeliefert
Konsumenten und ihre Bankkonten sind einer neuen Generation von Computerviren
schutzlos ausgeliefert. Diese "Man In The Browser" genannte Attacke verändert
Empfänger und Betrag von Online-Überweisungen während des
Überweisungsvorgangs und umgeht dabei alle Schutzmechanismen. Daher raten die
Experten der Wiener Datenschutzorganisation q/uintessenz dringend, bis auf
weiteres auf Online-Banking per Webbrowser vollständig zu verzichten.
Bisherige Betrugswellen ("Phishing") im Bereich des Online-Banking konnten von
Kunden, die die Sicherheitshinweise der Banken befolgten, erkannt und damit
rechtzeitig abgewendet werden.
Wie q/uintessenz in Erfahrung bringen konnte, ist seit über einer Woche eine
neue Generation von "Trojanern" aktiv, auf deren Konto eine noch
unveröffentlichte Anzahl von unberechtigten Abbuchungen geht.
Die Manipulationen dieser Betrugssoftware können auch von aufmerksamen
Benutzern nicht erkannt und von Virenscannern nicht entdeckt werden.
Die neuen Schadprogramme setzen sich direkt im Web-Browser des Opfers fest und
erkennen, wenn eine Online-Überweisung getätigt werden soll. Dann werden die
gesendeten und empfangenen Daten so verändert, daß die Überweisung mit einem
geänderten Betrag auf ein anderes Konto umgeleitet wird. Dem arglosen
Benutzer wird allerdings auf dem Bildschirm nur die von ihm eingegebene
Transaktion angezeigt. Aufgrund ihrer Arbeitsweise schlägt q/uintessenz für
diese Klasse von Angriffen die Bezeichnung "Man In The Browser" oder "MIB"
vor, in Anlehnung an "Man In The Middle"-Angriffe, bei denen Nachrichten
zwischen Absender und Empfänger unbemerkt verändert werden.
Kriminelle Organisationen können diese MIB-Trojaner im Internet in
verschiedenen Versionen kaufen und die anzugreifenden Banken bequem aus einer
Liste auswählen. Die Betrugssoftware richtet sich gegen die meistverbreiteten
Versionen von Microsoft Windows und die Webbrowser Internet Explorer und
Mozilla Firefox.
Keines dieser Betrugsprogramme wird derzeit von einem Virenscannererkannt, und
da laufend neue Versionen von Trojanern entwickelt werden, sind Virenscanner
prinzipiell keine ausreichende Schutzmaßnahme. Weder die kürzlich
eingeführten "ITANs" (eine von den Banken als sicher angepriesene Erweiterung
der bekannten Transaktionsnummern oder TANs) noch die Verwendung einer
Signaturkarte bieten Schutz gegen diese Art des Betrugs.
Daher rät q/uintessenz derzeit dringend von der Verwendung von Online-Banking
unter Windows-Betriebssystemen ab, bis von den Banken wirkungsvolle
Schutzmaßnahmen eingeführt werden.
Rückfragehinweis:
Verein q/uintessenz
Christian Mock +43-676-841 786 316
Martin Slunsky +43-664-414 10 12
mailto: office at quintessenz.org
http://quintessenz.org/
http://quintessenz.org/mib/
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